Frieden finden im Fleischwolf

Phew, mein Leben nimmt mich gerade ganz schön in die Mangel! Hoch und runter – hin und her… Mir ist schon ganz schwindelig!

Darum fällt mir auch das Schreiben im Moment nicht ganz so leicht. Meine Gedanken driften ständig ab. Ich hab so viele Ideen, Wünsche, Pläne…

Und dann lande ich wieder auf dem „Boden der Tatsachen“ und trau mich nicht, aus meinem Schneckenhaus rauszukommen.

Kennst du das?

Ich finde es gar nicht so leicht, diesen Zustand zu beschreiben.

Neulich, als ich diesen fiesen Hexenschuss hatte und dazu auch noch Vollmond war (der mich dieses Mal irgendwie ganz besonders beeinflusst hat), dachte ich:

„Ich fühl mich wie durch den Fleischwolf gedreht“.

In meinem Leben passiert gerade so viel.

Dadurch, dass ich den Entschluss gefasst habe, der Freude zu folgen, ist so vieles ins Rollen gekommen. Äußerlich, aber auch innerlich. Ich habe das Gefühl, dass ich manchmal total zerrissen bin, weil mein Herz genau weiß, welche Richtung ich einschlagen muss, mein Verstand aber oft noch an alten Mustern festhält.

Ja, alte Muster. Das ist genau das, was ich gerade so intensiv wahrnehme.

Wir alle haben eine „Programmierung“, wie der liebe Stefan Hiene immer so schön sagt. Wir denken Dinge wie „Das Leben ist hart“, „von nichts kommt nichts“, „Zeit ist Geld“…. Wir passen uns an und agieren „gleichgeschaltet“ und „brav“, so wie wir es schon als kleine Kinder gelernt haben.

Doch warum das Ganze? Warum denken wir, dass das Leben ein Kampf ist? Warum befinden wir uns permanent im Krieg – gegen unsere Mitmenschen, gegen unser Leben, ja sogar gegen uns selbst!?!?

Mir ist das neulich klar geworden, als ich die 100. Aufwachmedizin gelesen habe:

„Du kannst dir nur Frieden wünschen, wenn du mit etwas im Krieg bist.“

Als ich das las, merkte ich, wie sehr ich eigentlich die ganze Zeit am Kämpfen bin. Ich kämpfe schon morgens wenn ich aufwache „oh nein, noch nicht aufstehen…“ „ach und es ist schon wieder so heiß…“ „wie steh ich nur den Tag durch…“

Du siehst, ganz so positiv und freudig, wie ich manchmal schreibe, bin auch ich nicht immer.

Ich hänge oft tief im Sumpf alter Muster und negativer Programmierungen und mein verletztes inneres Kindes übernimmt die Regie in meinem Leben. Dann kämpfe ich gegen alles, was mir nicht passt, was sich nicht gut anfühlt und was ich als anstrengend empfinde. Das Problem dabei ist nur, dass ich zwar kämpfe und jammere, aber nichts, aber auch gar nichts daran ändere.

Im Gegenteil. Ich verurteile mich auch noch dafür, dass ich so denke. Als ob das etwas bringen würde…

Das Ganze sieht dann ungefähr so aus:

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Aber, wie gesagt, es ist mir jetzt klar geworden.

Ich fange an zu verstehen und meine Programmierung zu hinterfragen.

Jedes Mal, wenn ich jetzt etwas Negatives denke, wenn ich wieder mit meinem Leben und dem Alltag hadere, überlege ich mir: „Stimmt das denn überhaupt?“ „Ist mein Leben wirklich so schwer?“ Und dann kommt automatisch die Frage: „Kann ich mich nicht auch einfach dafür entscheiden den Moment/ die Situation so zu nehmen, wie sie ist?“

Kann ich nicht einfach aufhören zu kämpfen?
Ja natürlich kann ich das!

→ Wenn ich aufhöre zu kämpfen, werde ich ruhig.

→ Wenn ich den inneren Krieg beende werde ich friedlich.

→ Wenn ich nicht mehr alles anders haben möchte, kann ich den Moment so nehmen, wie er ist.

Manchmal sind da „negative“ Gefühle. Gefühle, denen ich (oder andere) negative Namen gegeben habe. Ich versuche sie zu fühlen. Einfach nur zu fühlen.

Was ist da? Ein Druck auf der Brust? Ein Stechen im Magen?

Ich nehme nur wahr.

Gekämpft habe ich mein halbes Leben. Gebraucht hat es nichts.
Ich nehme war und fühle all die Gefühle, die da sind.

Wohin mich das führt, weiß ich noch nicht. Aber ich glaube, das ist der richtige Weg. Ich habe keine Lust mehr zu kämpfen.Wenn ich keinen inneren Krieg mehr führe, brauche ich mir auch keinen Frieden mehr wünschen.

Das ist die Essenz. Das ist die Aufgabe. Das ist mein Weg. Das ist mein Ziel.


Für „schlechte Zeiten“ habe ich mir ein kleines Mantra überlegt. Ein Mantra, was mich einmal durch meinen Körper führt und mir hilft, zur Ruhe zu kommen:

  1. „In der Ruhe liegt die Kraft“
    Das sage ich meinem Gehirn das ständig am Denken ist, mich austricksen und mir alte Muster unterjubeln will.
  1. „Ich liebe mich“
    Das sage ich meinem Herzen, das manchmal denkt es (ich) wäre nicht gut genug.
  1. „Der Krieg ist vorbei – ich bin in Frieden“
    Das sage ich meinem Bauch, denn dort werden die Kämpfe normalerweise ausgetragen.
  1. „Alles ist gut“
    Das sage ich allen meinen angespannten Muskeln.
  1. „Danke“
    Das sage ich mir und meiner Seele.

Und dann fühle ich nur noch.

Atmen und fühlen.

Leben im hier und jetzt.

Denn es gibt nur das hier und jetzt. Die Vergangenheit ist vorbei. Die Zukunft noch nicht geschrieben.

Der einzige Moment, den wir beeinflussen können, ist JETZT.

Logo Männle

Was wäre es für eine Verschwendung, diesen einen Moment im Krieg zu verbringen…

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